Sie haben Probleme mit Rechtsextremismus, wollen präventiv dagegen vorgehen, möchten sich mit anderen Akteuren vernetzen oder sich einfach mal über das Thema informieren? Die Mobile Beratung NRW hilft Ihnen dabei - egal, ob Sie als Einzelperson Beratungsinteresse haben oder ob hinter Ihnen eine ganze Institution, Organisation oder ein Verein steht. Mehr erfahren...

Neue Leipziger "Mitte"-Studie veröffentlicht

Die enthemmte Mitte
Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland
Die Leipziger "Mitte"-Studie 2016

Seit 2002 führt eine Arbeitsgruppe die »Mitte«-Studien der Universität Leipzig durch. Seither  finden in deren Auftrag alle zwei Jahre repräsentative Befragungen im gesamten Bundesgebiet statt. Mit den »Mitte«-Studien steht damit eine Langzeitbeobachtung für die politische Diskussion und Bildungsarbeit zur Verfügung. In jedem Jahr werden hierfür deutsche Staatsbürger in ihren Wohnungen von Interviewern mit standardisierten Fragebögen zu ihren politischen Einstellungen befragt. Kernelement ist seit 2002 ein Fragebogen zur rechtsextremen Einstellung, der immer wieder mit anderen Fragebögen ergänzt wurde und wird. So wurden im Verlauf der letzten 14 Jahre die Entwicklung der politischen Einstellung, von Rechtsextremismus, Vorurteilen und autoritärer Orientierung dokumentiert und ihre Einflussfaktoren bestimmt. (Quelle)

Die Studie können Sie hier herunterladen

Die Pressemitteilung finden Sie hier

Weiteres Material finden Sie hier

Integriertes Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat ein integriertes Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus verabschiedet. Das Konzept beinhaltet insgesamt 166 präventive Maßnahmen, darunter Projekte, Kooperationen, Förderungen.

Die Pressemeldung finden Sie zum Download hier.

Das integrierte Handlungskonzept finden Sie zum Download hier.

Eine Kurzfassung zum integrierten Handlungskonzept finden Sie zum Download hier.

„Dagegen!“ …und dann?!

Rassismus in Bewegung? Was jetzt zu tun ist!
7. Workshoptagung für Bündnisse und Initiativen gegen Rechtsextremismus in NRW
Essen – 18. Juni 2016

Die Pegida-Demonstrationen haben sich seit Ende 2014 deutschlandweit mit unterschiedlicher Resonanz etablieren können. Die Stimmung bei diesen Veranstaltungen ist im Verlauf des vergangenen Jahres zunehmend aggressiver geworden. Von „besorgten Bürgern“ kann kaum mehr die Rede sein, zumal gerade die nordrhein-westfälischen Pegida-Ableger in Düsseldorf und Duisburg von Anfang an maßgeblich durch Akivist_innen aus dem Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) und einschlägig bekannter Neonazi-Kameradschaften geprägt waren. Extrem rechte Parteien wie Pro NRW und die NPD versuchen ebenfalls die „Abendspaziergänge“ zu nutzen, um sich zu profilieren.

Doch auch die AfD hat im Verlauf des vergangenen Jahres einen unverkennbaren Rechtsruck vollzogen und ist bemüht, sich in NRW seit Herbst 2015 durch eine offensive Demonstrationspolitik in Szene zu setzen. Mit Parolen wie „Asylchaos stoppen“ gelingt ihr dabei vereinzelt der Schulterschluss zwischen  Wutbürgern“, Verschwörungstheoretiker_innen und Neonazis. Entwickelt sich im Kontext der emotional geführten Debatten um Flucht und Asyl eine neue Bewegung von rechts? Welche Akteure treten hier neben den traditionell aktionsorientierten neonazistischen Strömungen und den schon seit Jahren agitierenden rechtspopulistischen Parteien auf den Plan? Wie ist es hierbei um die so genannte „Mitte der Gesellschaft“ bestellt? Wie lässt es sich erklären, dass rassistische Positionen immer offener und in zunehmend schrillem Tonfall geäußert werden?

Die Folgen dieser Entwicklung sind schon jetzt unübersehbar: Im Fahrwasser der rechten Mobilisierungen haben Übergriffe nicht nur auf Geflüchtete und deren Unterkünfte drastisch zugenommen. Auffallend und erschreckend zugleich ist die Beobachtung, dass sich viele der identifizierten und mutmaßlichen Täter_innen nicht aus den Kreisen bereits einschlägig bekannter extrem rechter Gewalttäter_innen rekrutieren, sondern vielmehr aus dem Spektrum des sich formierenden „Wutbürgertums“ stammen. Damit einher geht eine bislang beispiellose Verrohung der Ausdrucks- und Umgangsformen im Internet und in den Sozialen Netzwerken. Rassistische, antisemitische und islamfeindliche Pöbeleien verbinden sich dort immer häufiger mit unverhohlenen Gewaltfantasien.

Austauschen – vernetzen – voneinander lernen

Doch so erschreckend die Entwicklungen der letzten Monate auch sein mögen – überall in Nordrhein-Westfalen haben zivilgesellschaftliche Bündnisse kreative Proteste und effektiven Widerstand gegen extrem rechte und rassistische Provokationen organisiert.

Entgegen aller Behauptungen vom „Ende der ‚Willkommenskultur‘“ und der immer lauter werdenden „Das-Bootist-voll“-Rhetorik zum Trotz, setzen sich nach wie vor zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen für das Grundrecht auf Asyl und die menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten ein.
Das kontinuierliche rassismuskritische, antifaschistische und zivilgesellschaftliche Engagement hat einen breiten Wissens- und Erfahrungsschatz hervorgebracht, der dazu beitragen kann, den sich formierenden rechten Strömungen und der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung etwas entgegenzusetzen.

Die Workshoptagung soll daher ein Forum bieten, sich auszutauschen, und sich zu vernetzen. Hierzu möchten wir herzlich einladen.

Termin: 18.06.2016 von 10:30– 17:00 Uhr
Ort: Essen, Universität Duisburg-Essen, Glaspavillon – Campus Essen

Ein ausführliches Tagungsprogramm und weitere Informationen finden Sie im Flyer im Anhang!

In Kooperation mit Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Universität Duisburg Essen

Anhänge:
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