Sie haben Probleme mit Rechtsextremismus, wollen präventiv dagegen vorgehen, möchten sich mit anderen Akteuren vernetzen oder sich einfach mal über das Thema informieren? Die Mobile Beratung NRW hilft Ihnen dabei - egal, ob Sie als Einzelperson Beratungsinteresse haben oder ob hinter Ihnen eine ganze Institution, Organisation oder ein Verein steht. Mehr erfahren...

Modulare Fortbildung: Zwischen Konflikt und Konsens – Polizei und Zivilgesellschaft

Zwischen Konflikt und Konsens – Polizei und Zivilgesellschaft – Modulare Fortbildung
(29.06.2017 bis 09.12.2017)

Obgleich die Polizei großes gesellschaftliches Ansehen genießt, entzünden sich an polizeilichen Praktiken immer wieder kritische Diskussionen. Zu Kontroversen und nicht selten vollkommen gegenläufigen Bewertungen kommt es beispielsweise im Kontext von neonazistischen Aufmärschen oder den von "Pegida" organisierten "Abendspaziergängen". Einerseits weist die Polizei bei diesen Gelegenheiten auf das aus ihrer Sicht rechtswidrige Verhalten von Engagierten hin, die etwa durch Sitzblockaden versuchen, angemeldete Versammlungen zu behindern und damit polizeiliches Einschreiten notwendig machen würden. Andererseits sehen sich eben jene Protestierenden durch die polizeilichen Maßnahmen in ungerechtfertigter Weise beeinträchtigt oder sogar kriminalisiert.

Die modulare Fortbildung "Zwischen Konflikt und Konsens – Polizei und Zivilgesellschaft im Dialog" soll einen "geschützten Raum" schaffen, in dem sich Polizistinnen und Polizisten sowie Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft in insgesamt vier aufeinanderfolgenden zweieinhalbtägigen Veranstaltungen in einem strukturierten und moderierten Rahmen austauschen können. Die Fortbildung bietet dreierlei: den Rahmen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, die eigene Perspektive zu hinterfragen und eigenes Wissen zu erweitern.

Weitere Informationen finden Sie hier

Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung, des Bundesverbands Mobile Beratung, des Geschichtsortes Villa ten Hompel und der Projektstelle gegen Rechtsextremismus Bad Alexandersbad

Jahresbericht 2016 des NS-DOK erschienen

Vor wenigen Tagen ist der Jahresbericht 2016 des NS-Dokumentationszentrums Köln erschienen. Die 240 Seiten starke Veröffentlichung belegt: Das NS-DOK kann erneut auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das Museum verzeichnete im 15. Jahr in Folge einen Besucherrekord. Mit 80.554 Gästen wurde erneut eine neue Höchstmarke erreicht. Fast die Hälfte aller Besucherinnen und Besucher hat die Museumspädagogik betreut. Mit nahezu 2.000 Führungen verdreifachte sich ihre Anzahl in den letzten Jahren.

Neben Schulklassen und Gruppen kommen viele Touristen und einzelne Personen in das Haus. Zum dritten Mal in Folge hat das Reiseportal TripAdvisor dem Museum ein „Zertifikat für Exzellenz“ verliehen. Um die 90 Prozent der Besucherinnen und Besucher bewerteten das NS-DOK mit „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“.

An den vielen Menschen, die das NS-Dokumentationszentrum erreicht hat, haben aber auch die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus und die Mobile Beratung ihren Anteil.

2016 wurden insgesamt 224 Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus und Rassismus durchgeführt, darunter sechs große Tagungen bzw. Konferenzen, 65 Workshops, 41 Vorträge, 62 Workshops im Geschichtslabor zum Thema Rechtsextremismus und 30 Fortbildungen sowie drei Seminare an der Universität zu Köln.

Seit 2008 führt die ibs das Projekt Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln durch. Hauptaufgabe ist die Beratung lokaler Akteure in der Auseinandersetzung mit rechtsextremen Aktivitäten und Strukturen vor Ort. Die Mobile Beratung war in 39 (langfristigen) Beratungsfällen im Regierungsbezirk beteiligt. Das 2015 gestartete Projekt „Qualifizierung und Begleitung von Institutionen, Organisationen und Einrichtungen für mehr Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ hat 2016 einen wichtigen Anteil zu der erfreulich deutlichen Steigerung der Bildungsangebote der ibs beitragen können.

Die ibs ist für viele Informationssuchende und als Teil eines Netzwerkes ein kompetenter Ansprechpartner zum Thema Rechtsextremismus und findet weit über die Grenzen Kölns hinaus Beachtung. Wie wichtig eine solche Einrichtung ist, stellten die Geschehnisse im Jahr 2016 erneut unter Beweis, die auch wesentlich die Arbeit der ibs bestimmten: die Übergriffe in der Silvesternacht 2015/2016, die Terroranschläge, die politischen Folgen, die Polarisierung der Gesellschaft und der Aufstieg des Rechtspopulismus.

Den gesamten Jahresbericht finden Sie hier.
Der Jahresbericht ist zudem für drei Euro im Buchhandel und im NS-DOK in gedruckter Form erhältlich

Bis zu 140.000 Euro für Arbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Landesregierung unterstützt Kreise und kreisfreie Städte mit Fördermitteln gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport teilt mit:

13 Kreise und kreisfreie Städte erhalten jeweils bis zu 140.000 Euro für ihre Arbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Die Fördermittel stammen aus dem Landesprogramm „NRWeltoffen – Lokale Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ und können in Teilbeträgen bis Ende 2018 abgerufen werden. Mit dem Geld soll vor Ort ein passgenaues  Handlungskonzept erarbeitet werden. Zu den Kreisen und kreisfreien Städten, die nun Gelder aus dem Landesprogramm erhalten, gehören die Städte Bonn, Gelsenkirchen, Hamm, Krefeld und Wuppertal sowie die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, Lippe, Mettmann, Paderborn, Recklinghausen. Auch die Städteregion Aachen erhält Fördermittel. Zudem werden bis Ende Mai 15 weitere Kreise und kreisfreie Städte Fördermittel aus dem Landesprogramm bekommen. Insgesamt stehen für die Kreise und kreisfreien Städte Mittel in Höhe von vier Millionen Euro für zwei Jahre zur Verfügung.
 
„Mit den Förderungen wollen wir die Aktiven vor Ort stärken. Kommunale und zivilgesellschaftliche Akteure sollen in einem gemeinsamen Prozess lokale Handlungskonzepte entwickeln. Die Fördergelder helfen darüber hinaus bei der Weiterentwicklung bestehender Konzepte oder bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen. Am Ende steht eine umfassende kommunale Handlungsstrategie gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Damit setzen wir als Landesregierung ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung und für Vielfalt. Toleranz und Weltoffenheit machen unser Land stark – das ist es, was NRW ausmacht“, erklärte Ministerin Christina Kampmann.
 
Das kommunale Förderprogramm ist ein zentraler Schwerpunkt des im Mai 2016 verabschiedeten integrierten Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus und Rassismus der Landesregierung. Insgesamt umfasst das gemeinsame Konzept aller Ministerien 166 Maßnahmen in über 13 Handlungsfeldern. Die Eckpunkte wurden unter anderem mit dem Landesnetzwerks gegen Rechtsextremismus und den Trägern der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus entwickelt.
 
Weitere Informationen finden Sie unter: www.nrweltoffen.de und hier