Sie haben Probleme mit Rechtsextremismus, wollen präventiv dagegen vorgehen, möchten sich mit anderen Akteuren vernetzen oder sich einfach mal über das Thema informieren? Die Mobile Beratung NRW hilft Ihnen dabei - egal, ob Sie als Einzelperson Beratungsinteresse haben oder ob hinter Ihnen eine ganze Institution, Organisation oder ein Verein steht. Mehr erfahren...

PRESSEMITTEILUNG der Mobilen Beratung NRW

Engagement für Demokratie jetzt stärken!
Innenminister Reul stellt NRW-Verfassungsschutzbericht vor:
Zahl rechter Straftaten so hoch wie nie

Düsseldorf, 06.10.2017

Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für das Jahr 2016 sprach NRW-Innenminister Herbert Reul von einem „Allzeithoch“ bei Kriminalität mit politisch rechts motiviertem Hintergrund. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW hatte schon im März mit Bezug auf ihr eigenes Monitoring darauf hingewiesen, dass es im Land jeden Tag zwei Vorfälle mit rechtem Hintergrund gibt – das Dunkelfeld dürfte weitaus höher sein. Was es jetzt braucht, sind deutliche Signale und eine Unterstützung des Engagements für Demokratie und gegen Rechtsextremismus.

Die Bandbreite der Übergriffe und Anfeindungen in NRW reicht von Steinwürfen, Schüssen und Brandanschlägen über Beleidigungen, Drohungen, Schmierereien und Hetze bis hin zu körperlicher Gewalt. Die Vorfälle verteilen sich über ganz NRW, gerade im ländlichen Raum kommt es immer wieder zu „kleineren“ Vorkommnissen, die in der Regel öffentlich kaum thematisiert werden. Die mutmaßlichen Täter_innen kommen dabei nicht unbedingt aus den Neonaziszenen, sondern aus der „Mitte“ der Orte. Sie fühlen sich als Vollstrecker eines angenommenen „Volkswillens“, so die Analyse der Mobilen Beratung.

„Aus unserer Sicht besteht ein Zusammenhang zwischen den rechten, oft flüchtlingsfeindlichen Straftaten und einer sich seit Ende 2015 weiter polarisierenden gesellschaftlichen Stimmung“, so Heiko Klare von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW. „Diese ist geprägt von kaum noch sachlich geführten Debatten. Die Hemmschwelle sinkt, Hetze und Diskriminierung werden immer offener und selbstbewusster geäußert“.

Neben den notwendigen Maßnahmen der Sicherheitsbehörden sind nun auch die Kommunen und die Zivilgesellschaft gefordert, sich deutlich gegen rechte Gewalt, aber auch gegen rechtspopulistische Stimmungsmache zu positionieren. Heiko Klare macht deutlich: „Wer ständig gegen ‚die da oben’ und ‚die Fremden’ polemisiert, bereitet den Boden für solche Straftaten. Diejenigen, die sich vor Ort teilweise schon seit vielen Jahren für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagieren, brauchen die Rückendeckung der Zuständigen.“ Hier sieht Klare auch die Landesregierung in der Pflicht: „Das Engagement für demokratische Werte und Menschenrechte muss gerade, wenn es von rechtsaußen diskreditiert wird, Unterstützung erfahren. Wir sind sicher, dass Ministerpräsident Laschet und sein Kabinett dieses Engagement wertschätzen und jetzt mit noch mehr Nachdruck durch die notwendige finanzielle, aber vor allem auch ideelle Förderung unterstützen werden.“

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW
www.mobile-beratung-nrw.de

Kontakt für Nachfragen und weitere Informationen:
Heiko Klare
Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster
Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie (mobim)
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
02 51/492 71-09

Broschüre: Graue Wölfe und türkischer (Rechts-)Nationalismus in Deutschland

„Ich bin stolz, Türke zu sein!“ - Graue Wölfe und türkischer (Rechts-)Nationalismus in Deutschland

Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalismus sind weltweit bestehende Phänomene und machen vor Grenzen nicht halt. In der aktuellen Debatte in Deutschland reduziert sich die Diskussion dieser Phänomene meist auf die deutsch-nationale Ausprägung.

Dies bleibt allerdings sehr kurz gegriffen und reduziert sich damit nur auf einen Teil der hier lebenden Bevölkerung. Die Zuwanderungsgesellschaft ist jedoch durch heterogene Bevölkerungsstrukturen geprägt. In den verschiedenen Migrant*innencommunities zeigen sich in den letzten Jahren verstärkte Ungleichwertigkeitsideologien, die auf der Abwertung anderer basieren. Will man diesem Phänomen gesamtgesellschaftlich begegnen, gilt es sich der unterschiedlichen nationalen Ausprägungen bewusst zu werden und diese in zu entwickelnde Konzepte und Projektformen der Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalismus mit einzubeziehen. Gerade aktuelle Debatten in Deutschland zu Zuwanderung, „Extremismus“, Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus befördern gegenseitige Vorurteile und bestehende Ängste. Gerade am Beispiel der Debatten zu aktuellen Entwicklungen in der Türkei zeigen sich vermehrt Ressentiments gegenüber der türkeistämmigen Bevölkerung. Auch in der türkeistämmigen Community wird hier kontrovers diskutiert.

Daher möchte die vorliegende Broschüre (Herausgegeben durch die Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V. / Beratungsstelle der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismusim Regierungsbezirk Düsseldorf, Autoren: Dr. Kemal Bozay und Orhan Mangitay) eine aktuelle Facette des Rechtsnationalismus in der Migrationsgesellschaft, nämlich den türkischen Rechtsnationalismus, aufgreifen und beleuchten. Es geht darum, mit dieser Publikation einen Beitrag zur Demokratiebildung und Demokratiekompetenz zu leisten und allen Formen von Rassismus, Nationalismus und Ungleichwertigkeit gezielt entgegenzutreten.

Positionspapier des Bundesverbands Mobile Beratung e.V. zur Bundestagswahl

 „Die Lage ist ernst.“
Die Arbeit gegen Rechtsextremismus stärken – Demokratiefördergesetz umsetzen!

Positionspapier des Bundesverbands Mobile Beratung e.V. zur Bundestagswahl (als PDF-Datei herunterladen, ca. 122kb)

Die Lage ist ernst. Die Übergriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, aber auch Drohungen und Hetze im Netz, Anfeindungen und tätliche Angriffe gegenüber Helfenden und (Kommunal-)Politiker_innen verunsichern Engagierte im ganzen Land. Wir dokumentieren das Positionspapier des Bundesverbands Mobile Beratung.
Die Zivilgesellschaft muss sich mit Demonstrationen, Propaganda und Raumergreifungsstrategien von Neonazis auseinandersetzen. Gleichzeitig verroht das gesellschaftliche Klima zusehends. Rechtspopulistische Stimmungsmache gegen „die da oben“ und „die Anderen“ polarisiert die Debatten und hat Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen vor Ort.

Mobile Beratung – „Hilfe zur Selbsthilfe“ seit 25 Jahren

Mobile Beratung unterstützt vor Ort demokratische Initiativen, Institutionen, Parteien und Einzelpersonen, die sich für die Stärkung einer menschenrechtsorientierten demokratischen Kultur einsetzen. Dieser innovative, mehrfach positiv evaluierte Beratungsansatz macht die Perspektiven und Potenziale demokratisch Engagierter sowie Betroffener zum Ausgangspunkt sozialräumlicher Handlungsstrategien und hat sich damit in den vergangenen 25 Jahren zum nachhaltigsten Präventions- und Interventionsansatz in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland entwickelt. Inzwischen gibt es in allen 16 Bundesländern Mobile Beratungsteams (MBTs), die mit ihren umfassenden und passgenauen Beratungs- und Qualifizierungsangeboten, ihrer menschenrechtsorientierten Haltung und ihrem spezifischen Blick auf Ressourcen und Selbstwirksamkeitspotenziale im Gemeinwesen für viele zivilgesellschaftliche Akteure in Städten und Gemeinden zu einem unersetzlichen Partner geworden sind.