Sie haben Probleme mit Rechtsextremismus, wollen präventiv dagegen vorgehen, möchten sich mit anderen Akteuren vernetzen oder sich einfach mal über das Thema informieren? Die Mobile Beratung NRW hilft Ihnen dabei - egal, ob Sie als Einzelperson Beratungsinteresse haben oder ob hinter Ihnen eine ganze Institution, Organisation oder ein Verein steht. Mehr erfahren...

Infoveranstaltung: Was steckt hinter PRO-NRW?

Das Wuppertaler Bündnis gegen Rechts lädt am Mittwoch, den 24.10.2012, in der alten Feuerwache Wuppertal um 19:00 Uhr zur Veranstaltung "Was steckt hinter PRO-NRW" ein. Der Anlass: Am Samstag, den 27.10.2012 will die rechtsextreme Vereinigung Pro-NRW eine Demonstration gegen den geplanten Moscheebau an der Gathe durchführen. Das Wuppertaler Bündnis führt dazu eine Informationsveranstaltung durch. Es ist somit eine weitere Veranstaltung neben dem Kulturfest gegen PRO-NRW, die sich gegen die rechtsextreme Partei richtet.

Bei der Eintrittsfreien Veranstaltung geht es um Strategien und Ziele von PRO-NRW sowie um ihre Inhalte, die oft auf antimuslimischen Rassismus beruhen. Zudem werden Gegenstrategien beleuchtet.

Referentinnen sind:

  • Hans-Peter-Killguss, Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln; Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs)
  • Hasret Karacuban, Sprecherin des AK Grüne MuslimInnen NRW, der Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik, Referentin für Strategien gegen Rechtsextremismus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW
  • Frit Ullmann, Stadtverordneter für Die Linke im Rat der Stadt Radevormwald, Mitglied beim Runden Tisch gegen Rechts Radevormwald - Für Demokratie und Freiheit

 

Veröffentlichung: Das Geschäft mit der Angst

Cover des BuchesRechtsaußenparteien sind europaweit auf dem Vormarsch. Besonders im Westen des Kontinents kommt in diesen Kreisen ein kulturreligiös verklausulierter Rassismus zum Vorschein: Mit Kampagnen gegen Moscheebauten, Minarette oder schlicht gegen „den Islam“ versuchen sie, Zustimmung zu gewinnen. Auseinandersetzungen wie die um das muslimfeindliche Schmähvideo „Die Unschuld der Muslime“, das in einigen Ländern zu schweren Ausschreitungen geführt hat, versuchen sie, für ihre Zwecke zu nutzen. Dabei machen diese Bewegungen, wie es ein Mitglied der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) einmal ausgedrückt hat, ein „Geschäft mit der Angst“. Sie schüren Konflikte aggressiv mit rassistischer Stoßrichtung, um Aufmerksamkeit und Gegenproteste hervorzurufen.

„Ein solches Drehen an der populistischen Schraube ist Ausdruck einer ritualisierten Eskalationsstrategie, die auf eine Verschärfung von Konflikten zielt. Hier ist dringend Handlungsbedarf geboten“, so die Herausgeber Hans-Peter Killguss, Leiter der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum (NS-DOK) der Stadt Köln, und Alexander Häusler, Mitarbeiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus der FH Düsseldorf. Im Fokus der Agitation stehen nicht nur „der Islam“, sondern auch und vor allem Muslime in Europa. Sie dienen als Projektionsfolie für eine imaginierte Gefahr durch eine vermeintlich „fremde Kultur“: Zugewanderte = Islam = Gewalt = Bedrohung lautet dabei die rassistische Gleichsetzung.

Das Buch „Das Geschäft mit der Angst“ dokumentiert die gleichnamige Tagung vom Oktober 2011 in Köln mit über 200 Besuchern und Besucherinnen. Es umfasst 14 Beiträge, unter anderem von Navid Kermani und Patrick Bahners, damaliger Feuilletonchef der FAZ, sowie von internationalen Autoren und Autorinnen. Die Beiträge beschreiben die Erscheinungsformen islamfeindlicher Propaganda in verschiedenen Ländern Europas und vergleichen sie vor dem Hintergrund eines gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesses miteinander. Des Weiteren erörtern die Autoren, wie der muslimfeindliche Rassismus von Rechtsaußen in Deutschland Fuß zu fassen versucht.