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Solinger Bündnis will Rechtsextremismus mit Bildung begegnen

Mit mehr Aufklärung wollen Kirchen und gesellschaftliche Gruppen in Solingen eine Ausbreitung rechtsextremen Denkens in der Bevölkerung verhindern. „Wir müssen klar machen, dass diese Gedanken in unserer Mitte keinen Platz haben dürfen“, sagte der Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Thomas Förster, am Mittwoch vor Journalisten. Das Bündnis „Bunt statt Braun“, in dem rund 60 Gruppen zusammengeschlossen sind, wehre sich dagegen, die Klingenstadt zu einem „Kampfplatz“ von Hassbotschaften der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW und radikaler Salafisten werden zu lassen.

Am 1. Mai hatte es in Solingen Ausschreitungen von Salafisten gegeben, nachdem Anhänger von Pro NRW islamfeindliche Karikaturen gezeigt hatten. Jürgen Beu, Sprecher von „Bunt statt Braun“, nannte es eine „infame Strategie von Pro NRW, durch massive Provokation von Muslimen Gewalt zu schüren“. Auch in der Jugendkultur versuchten Neonazis ihre Parolen zu streuen, etwa durch rechtsextreme Musikgruppen.

Der katholische Bildungsexperte André Gerth beobachtet einen Wandel rechtsextremer Erscheinungsweisen: „Der Rechtsradikale ist heute nicht mehr nur der grölende Skinhead mit Bomberjacke, sondern er trägt sein Gedankengut still und subtil in die Mitte der Gesellschaft“, erläuterte der Leiter des Katholischen Bildungswerks Wuppertal/Solingen/Remscheid. Rechtsextreme Gruppen „richten Kinderfeste aus, bieten kostenfreie soziale Beratung an, kümmern sich um die Nöte der Leute“.

Auch in den Kirchen seien Menschen anfällig für rechtsextremistisches Gedankengut, hieß es. Gerth nannte als prominentes Beispiel in der katholischen Kirche den Holocaust-Leugner Richard Williamson. Förster betonte, Rechtsextremismus sei aus christlicher Sicht nicht hinnehmbar. Das müssten die Kirchen unmissverständlich klar machen. Wie „rechtsextreme und menschenfeindliche Orientierungen“ zunehmend die Alltagswelt durchdringen und was dagegen getan werden kann, wurde am 5. Juni Thema einer Diskussion mit der Leiterin des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in NRW, Anne Broden. Die Veranstaltung war der Auftakt einer Reihe von Bildungsangeboten zum Thema. Angedacht sind Ausstellungen, Vorträge und Begegnungsmöglichkeiten für Menschen verschiedener Milieus.

www.solingen-ist-bunt.de; www.evangelische-kirche-solingen.de

Quelle: Evangelischer Pressedienst

Wanderausstellung: Braunzone

Braunzone - Ideologien und Strukturen der extremen Rechten an Beispielen aus NRWAb sofort kann die Wanderausstellung BRAUNZONE – Ideologien und Strukturen der extremen Rechten an Beispielen aus NRW“ von Schulen und Berufsschulen, Jugendorganisationen und Jugendeinrichtungen, Vereinen, Tagungshäusern, gewerkschaftlichen Organisationen und anderen Interessierten beim Jugendclub Courage Köln e.V. ausgeliehen werden.
Rechtsextreme Kernelemente, wie Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und Sozialdarwinismus werden kompakt und an möglichst aktuellen Beispielen erklärt.
Dargestellt werden extrem rechte Wahlparteien wie pro Köln/pro NRW oder die NPD, ihre Entwicklung, und politische Strategie, sowie ihre Unterschiede. Auf weiteren Tafeln werden die militante Neonazi-Szene wie die so genannten Freien Kameradschaften und Autonomen Nationalisten, sowie ihre Verbindungen zur NPD behandelt. Dies wird mit besonders anschaulichen Beispielen aus NRW dokumentiert.
Unter dem Stichwort so genannter Mischszenen werden die Versuche, Nationalismus, Rassismus und Homophobie über Musik oder im Fußballstadion zu verbreiten, benannt.

Im abschließenden Teil der Ausstellung wird an aktuellen Beispielen darauf verwiesen, dass rassistische Einstellungen und Übergriffe vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge gedeihen und stattfinden, welche bis weit in die Mitte der Gesellschaft reichen in den vergangenen Jahren jedoch häufig stillschweigende Duldung und offene Zustimmung erfahren haben.
Falls jemand die Thematik noch weiter vertiefen möchte, bspw. mit weiterführenden Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden oder Filmen, bietet der Jugendclub Courage Köln eV. auch hierbei Hilfestellung an.
Die Ausstellung umfasst 13 doppelseitige Stelltafeln (also 26 Seiten) im Format DIN A1, inklusive transpor-tablem Ausstellungssystem. Bei Transport, Auf – und Abbau, aber auch allen anderen Fragen zur Ausstellungs- und Veranstaltungsorganisation steht der Verein als Ansprechpartner bereit.
Ausleihbedingungen, eventuelle Kosten und alles Andere ist telefonisch oder per E-Mail zu erfragen. Tel.: 0221 – 52 09 36 // eMail:
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Die Ausstellung im digitalen Format:

Ausstellung

Bundesfachkongress Interkultur 2012 - DIVERCITY

Zum vierten Mal in Folge findet vom 24. bis 26.10.2012 der Bundesfachkongress Interkultur statt. In diesem Jahr ist Hamburg der Austragungsort des im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Fachkongresses. DIVERCITY: Kulturelle Vielfalt ist in Deutschland längst Realität. Die Hafenstadt Hamburg ist als Tor zur Welt schon seit Jahrhunderten ein Zentrum für Menschen unterschiedlicher Länder und Kulturen. Mit seinen großen Stadtentwicklungsprojekten der Hafencity und der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg 2013 auf der Elbinsel Wilhelmsburg sowie vielen interkulturellen Initiativen ist die Stadt in Bewegung – und damit ein idealer Austragungsort für den vierten Bundesfachkongress Interkultur.

 

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die aktuellen Realitäten und Herausforderungen unserer Gesellschaft. Ein Paradigmenwechsel scheint notwendig: weg von einer vorwiegend an Defiziten orientierten Integrationspolitik hin zur Erschließung von Potenzialen kultureller Vielfalt für unsere Gesellschaft. „Diversity Management“ und dessen vielschichtige Gestaltungsdimensionen stehen dafür im Zentrum der Diskussion. Die Kongressgäste erwarten interessante Vorträge und Fachforen sowie ein umfassendes Kulturprogramm.

 

Das Programm, die Möglichkeit sich für die Veranstaltung anzumelden und weiteres finden Sie unter:

www.bundesfachkongress-interkultur-2012.de