Sie haben Probleme mit Rechtsextremismus, wollen präventiv dagegen vorgehen, möchten sich mit anderen Akteuren vernetzen oder sich einfach mal über das Thema informieren? Die Mobile Beratung NRW hilft Ihnen dabei - egal, ob Sie als Einzelperson Beratungsinteresse haben oder ob hinter Ihnen eine ganze Institution, Organisation oder ein Verein steht. Mehr erfahren...

Rassismus in Bewegung? Was jetzt zu tun ist!

SAVE THE DATE

Rassismus in Bewegung? Was jetzt zu tun ist!
7. Workshoptagung für Bündnisse und Initiativen gegen Rechtsextremismus in NRW

Essen – 18. Juni 2016

Die Pegida-Demonstrationen haben sich seit Ende 2014 deutschlandweit in unterschiedlicher Intensität etablieren können und die Stimmung bei diesen Veranstaltungen hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres zunehmend verschärft. Von „besorgten Bürgern“ kann hier kaum mehr die Rede sein, zumal gerade die Pegida-Ableger in NRW in Düsseldorf und Duisburg von Anfang an maßgeblich von Akivist_innen aus dem Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa) und einschlägig bekannter Neonazi-Kameradschaften geprägt waren. Parteien wie Pro NRW sowie die NPD versuchen ebenfalls, hier Anschluss zu finden.

Auch die AfD hat im Verlauf des vergangenen Jahres ihr rechtes Profil geschärft und versucht seit Herbst auch in NRW eine offensive Demonstrationspolitik zu etablieren. In NRW gelingt ihr damit vereinzelt der Schulterschluss zwischen „Wutbürgern“, Verschwörungstheoretiker_innen und Neonazis, den Pegida hier bisher nicht geschafft hat.

Im Fahrwasser dieser rechten Mobilisierungen und Polemiken von AfD und Pegida gegen die Asylpolitik hat die rassistische Hetze und Gewalt gegen Geflüchtete massiv zugenommen.

Haben wir es im Fall von Pegida und der AfD mit einer rechten Bewegung zu tun? Und was bedeutet diese Feststellung für den Umgang mit den genannten Akteur_innen? Wie muss sich die Zivilgesellschaft positionieren, um wirksame Strategien entwickeln zu können und der Zuspitzung der gesellschaftlichen Stimmungen etwas entgegen zu setzen? Derzeit weist wenig darauf hin, dass rassistische Diskurse und Gewalt in den nächsten Monaten abflauen werden. Eine Auseinandersetzung mit den Hintergründen und Strategien von AfD und Pegida sowie mit deren Vernetzung zu anderen rechten Gruppierungen und Parteien bleibt deshalb wichtig.

Deshalb lädt die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW alle Interessierte zur 7. Workshoptagung „Dagegen und dann…?!“ ein.

Termin: 18.06.2016 von 11 – 17 Uhr

Ort: Essen, Universität – Glaspavillon

In Kooperation mit Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Universität Duisburg Essen

Ein ausführliches Tagungsprogramm und Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze!

Solidarität statt Rechtsruck – Zusammenhalten gegen Rassismus und Ausgrenzung

save the date!

Veranstaltung des DGB NRW und des DGB-Bildungswerks NRW

Solidarität statt Rechtsruck – Zusammenhalten gegen Rassismus und Ausgrenzung
Samstag, 23. April 2016, 10.00 bis 14.30 Uhr in Bochum
 
Das Land ist gespalten wie nie – die einen wollen Flüchtlingen menschlich begegnen, die anderen verhelfen Rechtspopulisten und extrem rechten Bewegungen zu Oberwasser. Zwar ist das NPD-Verbotsverfahren endlich auf dem Weg, in NRW konnte die Partei „Die Rechte“ aber nicht verboten werden. Die AfD kaschiert mühsam rassistische Positionen und versucht salonfähig zu werden. Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsheime in NRW hat sich innerhalb eines Jahres verachtfacht. In vielen Städten gehen Woche für Woche „besorgte Bürger“ auf die Straße und lassen ihrem Frust auf unsägliche Art freien Lauf. Zugleich mordet der selbsternannte Islamische Staat im Nahen Osten und mitten in Europa, reißen Anschlagswarnungen nicht ab.

Der DGB NRW und das DGB-Bildungswerk NRW organisieren zum fünften Mal ein Forum für die Aktiven im Land, die sich gegen Rassismus und Ausgrenzung engagieren. Den einführenden Vortrag „Gespaltene Republik“ wird Richard Gebhardt (Politologe und Publizist aus Aachen) übernehmen.
Anschließend sind vier Workshops zu verschiedenen Themen geplant: zum Menschenbild der extremen Rechten und zum Rassismus der Mitte, zu rechtspopulistischen Strömungen, zum Islamismus, zu Sexismus und Frauenbildern und zum Rechtsterrorismus.
 
Bitte merken Sie sich diesen Termin vor. Die Einladungskarte mit Anmeldemöglichkeit folgt in Kürze über das DGB-Bildungswerk NRW!

Weitere Infos und Anmeldung unter:

www.dgb-bildungswerk-nrw.de/solidaritaet oder unter solidarität(at)dgb-bildungswerk-nrw.de

Die Täter kommen aus der Mitte der Gesellschaft!

Nach rassistischen Vorfällen in Sachsen:
Initiativen und Betroffene brauchen Unterstützung – nicht nur in Sachsen

Presseerklärung des Bundesverbands Mobile Beratung e.V. vom 25. Februar 2016

Mit Bestürzung und Unverständnis nimmt der Bundesverband Mobile Beratung e.V. zur Kenntnis, wie unter anderem Sachsens Ministerpräsident Tillich mit seinen aktuellen Äußerungen zu Clausnitz und Bautzen den Rassismus als Randerscheinung darstellt. Es seien keine Menschen, die so etwas tun, sondern „Verbrecher“. „Natürlich sind die Pöbler und Applaudierer Verbrecher, aber eben auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Wir haben ein Problem mit Rassismus in der Mitte, dem wir uns endlich stellen müssen“, sagt Heiko Klare, Sprecher des Bundesverbandes Mobile Beratung e.V.

Gleichzeitig mahnt Tillich, dass man mit den „besorgten Bürgern“ aus dem Pegida-Umfeld reden müsse. Klare hierzu: „Dass diese Strategie des Verständnis-Zeigens gescheitert ist, zeigen die in ganz Deutschland erschreckend hohen und steigenden Zahlen von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und Flüchtlingshelfer.“

Die Doppelstrategie vieler Politiker, die Flüchtlingsfeinde verbal als Außenseiter und Verbrecher zu deklarieren, gleichzeitig aber Verständnis für rassistische Ressentiments zu zeigen und auf rechtspopulistische Forderungen einzugehen, wirkt in der derzeitigen Situation wie ein Brandbeschleuniger.

Zuspitzung der Situation nicht nur in Sachsen

„Die Beschäftigung mit den besonderen Verhältnisse in Sachsen darf nicht den Blick auf die Situation in den anderen Bundesländern verstellen. Wir nehmen derzeit in ganz Deutschland eine rassistische Zuspitzung der Debatten über Flüchtlingen, gerade in bürgerlichen Kreisen, wahr“, betont Klare.
„Es bedarf in dieser Situation einer gemeinsamen Anstrengung von Politik und demokratischer Zivilgesellschaft in ganz Deutschland, um den Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft zu stoppen – nicht nur in Sachsen.“

Stärkung der Aktiven und Engagierten

„Dass gerade Tillich jetzt fordert, die Zivilgesellschaft müsse sich einsetzen, stößt bei vielen Aktiven vor Ort auf Kopfschütteln“, so Klare weiter. In den letzten Jahren kam es gerade in Sachsen immer wieder zur Kriminalisierung zivilgesellschaftlichen Protests, etwa rund um die Demonstrationen aus Anlass des Jahrestages der Bombardierung der Stadt Dresden, dem 13. Februar. Mit massiven Polizeieinsätzen und Verfahren gegen Demonstrationsteilnehmern wurde hier der nun gerade von Tillich eingeforderte Einsatz der demokratischen Zivilgesellschaft erschwert. Initiativen, Bündnisse und Engagierte gegen Rechtsextremismus wurden mit der „Extremismusklausel“ unter den Generalverdacht gestellt, Verfassungsfeinde zu sein.

Auch das in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus Opfer zu Tätern gemacht werden – wie jetzt die Flüchtlinge – die sich den Hass und die Pöbeleien nicht kommentarlos gefallen lassen wollten, ist leider nicht Neues. „Polizei und Politik müssen sich endlich konsequent auf die Seite der Opfer stellen und aufhören diejenigen zu kriminalisieren, die sich gegen den Hass der Flüchtlingsfeinde zur Wehr setzten.“

Beitragsbild: Kartenausschnitt aus dem Projekt rechtesland.de mit rassistischen Brandanschlägen und Angriffen auf Asylbewerber_innenunterkünfte aus dem Jahr 2015.

Quelle